Lauftreff besichtigte „Welterbe Grube Messel“

15.05.2012 07:09 Von: Wolfgang Kaiser

Als Veranstaltung mit Familie und Freunden war der Besuch in der Welt vor 47 Millionen Jahren im „Welterbe Grube Messel“ vorgesehen und über vierzig Personen nahmen dieses Angebot wahr.

Lauftreff besichtigte „Welterbe Grube Messel“


Als Veranstaltung mit Familie und Freunden war der Besuch in der Welt vor 47 Millionen Jahren im „Welterbe Grube Messel“ vorgesehen und über vierzig Personen nahmen dieses Angebot wahr. Die Gruppe traf sich am Besucherzentrum und begab sich unter sachlicher Führung über verschiedene Stationen bis zur Talsohle der Grube, wo auch unser Bild am „Artesischen Brunnen“ entstand. 2001 wurde diese Forschungsbohrung bis in 433 m Tiefe eigebracht. Im Laufe der 2 ½ stündigen Führung wurde uns der Werdegang von Maarvulkan zum Vulkansee, vom Öllieferanten bis zur Fast-Müllhalde und zum heutigen Weltnaturerbe nähergebracht.

Seit ein paar Jahren besteht die Gewissheit: Hier an dieser Stelle, befand sich einmal ein Maarvulkan. Auf der Aussichtsplattform am Rand der Grube stehen wir praktisch am Ufer des ehemaligen Messel-Sees, der das riesige Loch, das durch die Explosion des Vulkans entstanden war, ausgefüllt hat. Mit dem Ölschieferabbau, der von 1885 bis 1971 stattfand, ist die Grube entstanden, die wir heute sehen. Erster Fossilienfund, ein Krokodil, wurde bereits 1875 dokumentiert. Eine wahre Goldgräberstimmung setzt nach der Ölschieferabbauära ein. Zahlreiche Amateurpaläontologen, kundige Sammler, Laien und professionelle Händler wurden auf die Fundmöglichkeiten aufmerksam. Die anfänglichen Fundstücke konnten nur unzureichend wegen der Wasserhaltigkeit des Ölschiefers dauerhaft gesichert werden. Erst nach der Verbesserung der Präparationsmöglichkeit konnten spektakuläre Funde wie Urpferdchen, Urtapir oder Ameisenbär der Nachwelt gesichert werden. 1975 wurde aus Haftungs-und Sicherheitsgründen Privatpersonen der freie Zugang untersagt. Der Zweckverband Abfallverwertung Südhessen ZAS übernahm gleichzeitig die Grube, um daraus eine Zentrale Mülldeponie für Südhessen zu machen, wogegen sich umgehend eine Bürgerinitiative gründete, die erst 1988 eine erfolgreiche Aufhebung des Planfeststellungsbeschlusses durch den Hess. Verwaltungsgerichtshof erreichen konnte. In der Zwischenzeit fanden Notgrabungen durch verschiedene Forschungs-und Grabungsteams aus dem In- und Ausland statt, um möglichst viele Funde vor der Verfüllung mit Müll zu retten. Auch die Amateurpaläontologen setzten sich über das Zutrittsverbot hinweg. 1991 übernahm das Forschungsinstitut Senckenberg die Grube und läutete damit eine neue Zeit ein. Die Grube steht heute unter Denkmalschutz. Grabungs- und Forschungsziele dienen der Erforschung des Lebensraumes der tropischen Regenwälder und des Messelsees vor 47 Mio Jahren und die Rekonstruktion des Ökosystems steht im Mittelpunkt. Auf begrenzten Grabungsarealen wird heute Ölschiefer entnommen und aufgespalten. Selbst die kleinsten Funde werden dokumentiert und in eine Grabungsdatenbank eingegeben .Bewegend also die Geschichte der Grube Messel mit glücklichem Ende für die Nachwelt und interessant vorgetragen von fachkundiger Führung. Alle Teilnehmer waren begeistert und sagen „Vielen Dank“.


Wolfgang Kaiser

 

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