Landschaftswettkämpfe im Fokus der Läufer

22.06.2010 07:13 Von: Wolfgang Kaiser & pico

Schinderwaldlauf und Brüder-Grimm-Lauf sowie der Melibokus-Lauf standen im Mittelpunkt

Landschaftswettkämpfe im Fokus der Läufer

Neben den zahlreichen Stadtläufen erfreuen sich die Landschaftläufe außergewöhnlicher und auch nachvollziehbarer Attraktivität. Neben dem Naturerlebnis – Ruhe, wenig Publikum, abwechslungsreiche Bodenbeschaffenheit, auch selektive Strecke – spielt die Wettkampfzeit selbstverständlich keine geringere Rolle. Veranstaltungen, echte Klassiker teils in der 50. Auflage, standen auf dem beginnenden Sommerprogramm. In Lorsbach im Taunus wurde der 20 KM „Schinderwaldlauf“ ausgetragen. Ob die 420 Höhenmeter mit der Laufbezeichnung in Verbindung stehen, mag der Athlet selbst mit sich ausmachen. Jedenfalls hat dieser reine Waldlauf auf den ersten 6 KM bereits 260m Steigung. Zwischen KM 9 und 10, der sogenannten „Himmelsleiter“, wurden so manche Backen dick aufgeblasen. Die letzten drei Kilometer waren echter Crosslauf , für unseren Aktiven Jörg Drechsler ein „Heimspiel“. Er konnte in seiner Altersklasse den 2. Platz bei einer Finisherzeit von 1:35h erreichen. Ein weiterer Klassiker mit 10 und 20 KM-Strecken ist der Melibokuslauf. Start in Alsbach über Wiesenwege vorbei an Weinbergen mit einem Abstecher auf den Melibokus und dann mit rasanter Abfahrt wieder zurück. Ein Berglauf, der unsere Teilnehmer Ralf Lokay mit 1:47h bei 20 KM und Norbert Schall mit 0:59h bei 10 KM doch einige Anstrengung abverlangte und beste Trainingsvorbereitung für den geplanten Alpinlauf darstellte. Ein Landschaftslauf, so in Deutschland einmalig mit 5 Etappen und insgesamt 81 KM, eben der „Brüder-Grimm-Lauf“, steht alle Jahre wieder – erstmals 1995 - auf der Agenda einiger Lauftreffler. Frank Strauch und Christian Geissler waren als begeisterte Wiederholungstäter für den TV erfolgreich am Start. Freitagabend war auf dem Hanauer Marktplatz vor der namensgebenden Kulisse, des Brüder Grimm-Denkmals, bei sommerlichen Wetter der Start der Rotkäppchen-Etappe zum 16 KM entfernten Rodenbach auf flacher Strecke. Mit dabei, zum 26. Mal seit Bestehen des Laufes, war natürlich Kalli Flach in der M 70, den natürlich Jeder kennt. Am 2. Tag stellten sich zur morgendlichen 14 KM- Etappe kühlere Temperaturen und etwas Nieselregen ein. Ziel ist Neuenhasslau auf der überwiegend flachen und schnellen Strecke. Nach der Dornröschenetappe folgte gegen Abend nun die Schneewittchenetappe, zu der sich wieder die Sonne gesellte, es wurde warm, trinken und gute Kräfteeinteilung waren angesagt. Stimmungsvoller Einlauf nach 16 KM ins Stadion von Gelnhausen. 46 Kilometer von 81 waren geschafft. Die 4. Etappe, die Frau Holle-Etappe am Sonntag Früh, Start auf den Historischen Marktplatz von Gelnhausen nach Wächtersbach. Es war bewölkt aber angenehm warm. 357 Höhenmeter waren zu bewältigen, häufig im schattigen Wald. Der heftige Anstieg zu den „Vier Fichten“ und dann das 7 KM- Gefälle zum Ziel sind die Besonderheiten dieser wohl schönsten Etappe. Die 5. Etappe am Sonntag von Bad Orb nach Steinau ist immer die Härteste. Kräfte einteilen hieß es auf dieser Hänsel- und Gretel-Etappe, die mit steilem Anstieg nach 1,5 Kilometer – es waren 115 Meter auf Eineinhalb Kilometern zu schaffen und dann auf 2 KM Gefälle über 200 Höhenmeter abzugeben. Es folgten die restlichen Kilometer auf durchweg flachen Wiesenwegen, durch die Ortschaften, wo die Athleten von den begeisterten Zuschauern Richtung Ziel angefeuert wurden. Den Kirchturm von dem näher rückenden Steinau im Blick, immer noch eine Kurve, wieder eine Biegung, dann die ersten Häuser und der stimmungsvolle Einlauf am Rathaus in Steinau. Dann endlich ein Bier, das Würstchen mit Pommes und natürlich das begehrte Finisher-Shirt, diesmal in Lindgrün.

Wie immer eine perfekt organisierte Laufserie mit Busshuttle-Service an allen Strecken, reichlich und leckere Ernährung, Massage für die strapazierten Muskeln, gute Versorgung an den Strecken und beste Stimmung unter dem Völkchen, den „Brüder-Grimm-Läufern“. Gesamtzeit Frank Strauch 7:17h, Christian Geissler 7:25h für 81 Kilometer.

Wolfgang Kaiser


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