Churfranken Trailrun

20.10.2013 22:00 Von: Wolfgang Kaiser

Die Dritte Dimension - Trailrunning

Das Staffel Team

Jörg, der Einzelläufer mit der 32, in bester Gesellschaft

Der Trend geht zu 3-D, auch beim Laufen: Zuerst lief man nur auf der Bahn, dann kam die Straßen-Leichtathletik. Seit ca. drei Jahren nun  als angesagteste Laufalternative das Trailrunning, ob im Flachland oder in hochalpinen Regionen. Unbefestigte Wege, über Stöcke, Wurzeln und Steine, sogar flache Gewässer werden nicht gemieden. Fast inflationär  mittlerweile das Angebot, das sich übers Jahr dem interessierten Läufer bietet, ebenso die Streckenlänge und die zu bewältigenden Höhenmeter. Auch bei einigen Lauftrefflern hat diese Bewegung Interesse gefunden, entsprechendes Trainingsgelände haben wir.

So bot sich in leicht erreichbarer Entfernung der Churfranken-Trailrun  an, von Miltenberg nach Sulzbach – 74 Kilometer bei 1800 Höhenmetern. Komplette Strecke,  als 2er-oder als 5er-Team, das war für uns die Entscheidung. Ultraläufer Jörg Drechsler wählte, wie kann es anders sein, die Komplettstrecke, also Einzelläufer. Klaus Mikosch, Wolfgang Kaiser, Jürgen Wilferth, Uli Kaiser und Sabine Reichwein starteten als 5er-Team mit dem Namen „Umstädter Rebläuse“. Die Etappen zwischen 10,9 und 18,8 Kilometern wiesen jeweils Gesamtanstiege zwischen 237 und 489 Metern auf, das Wetter zeigte sich von seiner spätsommerlichen Seite. Hier die Eindrücke bzw. Berichte der Athleten von den einzelnen Etappen:

Klaus Mikosch, von Miltenberg nach Kleinheubach. „Nach der Durchquerung der malerischen Altstadt von Miltenberg  führte die gleich folgende Trail-Strecke die ersten fünfeinhalb Kilometer stetig ansteigend vorbei an der Mildenburg zur Monbrunner Höhe, wobei der erste Kilometer des Anstieges über einen Waldpfad, mit Felsbrocken und Wurzeln bespickt, gefühlte 45% nach oben ging. Der anschließende Abstieg bis zum Etappenziel (10,9 KM) stand dem Aufstieg in nichts nach, nach ausgiebiger Übung für die Fußgelenke zog sich die Strecke auf breiten Wanderwegen zum Ortseingang Miltenberg Richtung Ziel. Alles in Allem: Eine tolle Strecke für durchtrainierte Bergfans.“

Wolfgang Kaiser, von Kleinheubach nach Collenberg. „Die siebzehn Kilometer begannen mit einem Blick auf das Kloster Engelberg auf dem leicht ansteigendem „Promilleweg“, der entlang der Weinberge in den nahen Wald führte. Alsbald ging es heftig zur Sache. Die Streckenmarkierung zeigte auf einen steil, fast frontal den Berg hinaufführenden Trail. Oben auf dem bekannten Eselsweg angelangt erreichten wir die Solhöhe,  stets zwischen aufgeweichtem Waldboden, Trailpassagen und festem Waldboden wechselnd. Ständiges Auf und Ab, auch mit wunderbaren Ausblicken auf die nebelverhangenen Täler. Die imposante Freudenberger Burg erstrahlte im schönsten Sonnenschein – das war Balsam für die Seele und ließ die Anstrengung in den Hintergrund treten. Rund dreieinhalb Kilometer führten zum Schluss entlang des Mains zur Wechselzone, wo Jürgen bereits in den Startlöchern stand.“

Jürgen Wilferth, von Collenberg nach Klingenberg. „Vom Mainufer in Collenberg ging es vom Start weg einen viereinhalb Kilometer langen Anstieg auf Straßen und Waldwegen hoch auf 500m. Nachdem die Puste wieder zurückgekehrt war, konnte ich dann kurz einen sehr schönen Ausblick hinunter auf die Mainebene genießen und wurde sogleich mit einem steilen Abstieg belohnt. Die nächsten sieben Kilometer boten ein ständige Auf und Ab auf Waldwegen und recht anspruchsvollen Singeltrails. Freies Feld führte an zwei Ortschaften mit Steigung und Gefälle vorbei. Die letzten drei Kilometer zeigten im  Weg nach oben in den Klingenberger Wald, vorbei an Weinbergen, letztlich zum Etappenziel, der Klingenburg, wo Uli schon auf den Transponderwechsel fixiert war. All in all: Eine sehr schöne Etappe, 18,8 Kilometer mit viel hohem Puls und einigem Schweißverlust.“

Uli Kaiser, von Klingenberg nach Kleinwallstadt. „Der 15,8 KM lange vierte Staffelabschnitt ging zunächst von der Burg sehr gemach auf asphaltierter Straße – von Trail keine Rede – etwa anderthalb Kilometer hinunter ins Tal. Nach Überquerung einer Verkehrsstraße war bergauf angesagt. Eine  unregelmäßige Treppe mit schier unzähligen Stufen führte zu einem Waldpfad vorbei am „Klingenberger Galgen“, der von den Läufern allerdings nur wenig Aufmerksamkeit erfuhr. Weiter ging es über eine sehr unterschiedlich befestigte Berg- und Talstrecke und es wurde deutlich trailiger. Ein ausgewaschener bergab Ackerweg und schmale z.T. sehr unebene Pfade im Wald forderten die volle Konzentration von den Athleten – zwischendurch aber auch immer wieder Zivilisation mit extra für uns angehaltenem Verkehr. Kurz vor der Staffelübergabe in Kleinwallstadt musste es nochmal recht steil aber befestigt bergab gehen, wobei sich das Lauftempo unter Mitwirkung von Endorphinen nochmal enorm erhöhte.“

Sabine Reichwein-Auer, von Kleinwallstadt nach Sulzbach. „Nach erfolgreicher Übergabe des Transponders, dem Medium der Zeiterfassung, war der Start der letzten Etappe auf außergewöhnlich ebenem Terrain. Der Schein trügte natürlich, denn alsbald sollten wir spüren, was es heißt, an einem Trailrun teilzunehmen: es ging über schmale Pfade, die teils durch Stiegen, teils durch Wurzeln befestigt waren, „senkrecht“ bergauf. Im anschließenden Waldstück wurden wir mit riesigen Schlammlöchern und ausgespülten Gräben konfrontiert. Als die auch gemeistert waren, wieder bergauf – bergab, das übliche Spiel der Landschaft, vorbei an Kuhweiden und malerischen Wäldern Richtung Sulzbach, wo ich auf den letzten einhundert Metern von „meinen Männern“ als 33. Männerstaffel ins Ziel begleitet wurde. Zusammenfassend war der Lauf abwechslungsreich und knackig und es hat mal wieder riesig  Spaß gemacht !“   Gesamtzeit der Staffel 7Stunden, 3 Minuten.

Jörg Drechsler,  Gesamtstrecke von Miltenberg nach Sulzbach. „ Der Churfrankenlauf war wieder super ! Die vierte Etappe teilweise und die fünfte Etappe waren fast komplett anders als im letzten Jahr, schwieriger als 2012. Ich war nach 8:19 Stunden als gesamt 19. Im Ziel von 60 gestarteten Ultras.“

Unsere Sponsoren