Zwei neue Danträger im TV Groß-Umstadt

20.01.2015 17:01 Von: Jochen Müller & pico

Zweimal der erste Dan und zweimal der dritte Dan

Die erfolgreichen Danträger: Philipp Münchow, Frank Bösenberg, Sarina Hemer, Jochen Müller“

Zwei neue Danträger im TV 1878 Groß-Umstadt ...

... zweimal der erste Dan und zweimal der dritte Dan

Bereits am 13. Dezember 2014 fand in Maintal die Danprüfung vom Hessischen Judoverband (HJV) statt. An dieser Prüfung nahmen aus Groß-Umstädter Sicht vier Judoka teil. Für Frank Bösenberg und Philipp Münchow war es die erste Dan-Prüfung und es ging um den heißersehnten schwarzen Gürtel, für Sarina Hemer und Jochen Müller war es bereits die dritte Prüfung und Ziel war somit der 3. Dan.
Danträger – das bedeutet für den Judoka die Verpflichtung, den schwarzen Gürtel zur Judobekleidung zu tragen. Es zeigt dem Gegenüber, dass hier ein Lehrer, aber auch ein Schüler vor einem steht. Einer, der sich über eine lange Zeit zu schinden versteht, Nerven und körperliche Schmerzen erträgt und nicht selten die Familie und das Private zurückstehen lässt, um am Ende die Früchte seiner Arbeit in den Händen zu halten bzw. um den Bauch binden zu können. Danprüfung bedeutet, dass die Anwärter diverse Würfe, Wurfkonter und -kombinationen demonstrieren müssen. Selbstverteidigungstechniken auf diverse Angriffsvarianten und -situationen und eine Masse an Haltegriffen, Hebeltechniken und Würgern zeigen und auch über sich ergehen lassen, sowie das gesamte vorhergehende Prüfungsprogramm zu beherrschen und stichpunktartig zu zeigen. Dies unterscheidet sich an Umfang und Schwierigkeit je nach zu erwerbendem Dan-Grad. Neben einem nicht unerheblichen Theorieteil gehört noch der wichtigste Teil, die Demonstration einer Kata dazu. Kata bedeutet eine festgelegte Abfolge von Techniken, bei denen nicht nur die perfekte und präzise Ausführung der Technik, sondern auch die Prinzipien der Techniken detailliert erfasst, umgesetzt und wiedergegeben werden müssen.
Für den 1. Dan muss die Nage no Kata (Form des Werfens) demonstriert werden. Diese besteht aus 15 Würfen, die in Rechts- und Linksausführung gezeigt werden, alles in allem also 30 Techniken. Kraftraubend für Körper und Geist, sowohl für den Werfenden als auch den Geworfenen. Sie stellt diverse Angriffsituationen im Stand dar, die je nach Angriff mit einem geeigneten Wurf den Gegner besiegen. Dies geschieht nach diversen Wurfprinzipien und lehrt den (unbewaffneten / Wett-)Kampf  Mann gegen Mann aus der Nahdistanz.
Der 3. Dan erfordert die Beherrschung der Kime no Kata (Form der Entscheidung), basierend auf einer Kata aus dem 16. Jahrhundert, mit der sich die Samurai auf den wahren Kampf vorbereitet und trainiert haben. In der Kime no Kata geht es um die entschiedene Verteidigung gegen Schlag- und Tritttechniken sowie die Abwehr von Messer und Schwert, sowohl im Stand als auch im Boden, die den Angreifer vollständig außer Gefecht setzen sollen. Dies wird mit Schlägen und Tritten auf Vitalpunkte, Würgetechniken und Gelenkhebel erzielt. Zur Zeiten der Samurai hätte dies schwerste Verletzungen, Immobilisierung und sogar auch Tod des Gegners bedeutet - heute passen wir schon aufeinander auf, damit wir den Verschleiß an Trainingspartnern in Grenzen halten ;-), trainieren z.B. mit Holzwaffen. In dieser Kata wollen Sarina Hemer und Jochen Müller auch bei den diesjährigen hessischen Kata-Meisterschaften Ende April erfolgreich antreten.
Die, teils mehrjährige, Vorbereitung hat sich gelohnt, alle vier haben die Prüfung mit Bravour gemeistert und waren am Ende des Tages, nach sieben Stunden Prüfung, erschöpft aber glücklich. Die Prüflinge und gesamte Abteilung sind stolz auf diese Leistung.  (jm)

(Bericht: Jochen Müller)

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