"This is Rock N' Roll Baby!"

02.11.2016 21:12 Von: Mathias Horn

Laufbericht unseres 87. Marathon Debütanten, Mathias Horn! Glückwunsch von allen LauftrefflerInnen!

Es ist an der Zeit Danke zu sagen…
Es war der 21.10.2014, als ich mich das erste Mal für zwei Tage mit Dani Weber für „2 Tage Auszeit mit Dani“ getroffen habe. Zuvor hatte ich für mich entschieden, dass ich mit 110kg was in meinem Leben verändern will. – Es folgte Mentalcoaching, Lauf- und Stabi-Coaching und zum Jahreswechsel überzeugte mich Dani, ich soll doch mal überlegen ob ich mir nicht ein Ziel setzen möchte den Halbmarathon in Mannheim zu laufen. – Und? Ich habe mich überzeugen lassen es zu tun.
Am 09. Mai 2015 dann der erste Halbmarathon noch mit über 100kg. Doch auch hier hatte ich Pippi in den Augen als ich ins Ziel eingelaufen bin. Und ich fasste den Entschluss, dass ich das nochmal erleben möchte und habe mir vorgenommen ab jetzt jeden Monat einen Wettkampf zu laufen.
Ich habe es gemacht und bis heute nicht bereut. Es folgten Winterlaufserien, 10km Wettkämpfe und so Läufe wie den Frankensteinlauf ums mal im Wettkampf so zu haben wie bei uns in Umstadt im Training und noch 4 weitere Halbmarathons. 
Im Oktober 2015 war ich als Zuschauer beim 34. Frankfurt Marathon und ich durfte Gisela Lammers, die mich seit Juni 2015 als meine Trainerin unter ihre Fittiche nahm an der Strecke supporten.
Ich habe mir es nicht nehmen lassen direkt am Eingang zur Festhalle zu stehen als sie eingelaufen ist.
Ein Fehler… ??? – Nein, ganz sicher nicht. Doch ich habe in dieser Situation entschieden, dass ich das auch erleben möchte. 
Von Anfang an begleiteten mich auch Dr. Martin Gräf von der kardiologischen Seite, selbst mehrfacher Ironman und Marathoni als auch Dr. Reiner Föhrenbach im Bereich der Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung. Bei einer Routineuntersuchung im November 2015 hatte ich mit Dr. Gräf über meine Entscheidung gesprochen und meinte, wenn ich bis Februar 2015 nochmal 10kg runter habe melde ich mich für Frankfurt an. Doc Gräf meinte zu mir "Warum so lange warten." Mach das doch jetzt, dann wäre es verbindlich und ich hätte auch ein Ziel und günstiger wäre es zudem. Naja, und dann war da der zweite Weihnachtsfeiertag 2015 und ich saß vor dem PC und surfte so auf der Frankfurt-Marathon Seite. Und schwubs, war ich angemeldet. – Es folgte das übliche Training mit Rückschlägen durch Grippe, Erkältungen und ganz schlimm, mehrere OP’s kurz vor und bis in die heiße Phase der Vorbereitung für den Frankfurt Marathon. Doch ich habe es durchgezogen.
Und gestern am 30. Oktober 2016 sollte es getreu dem Motto des Frankfurt Marathons mein Tag sein. 
Die Leistungsdiagnostik von Dr. Föhrenbach sagte mir eine Zeit von 4:41:00 +/- 3 Minuten voraus. Und bisher lag er mit seinen Diagnosen immer Richtig. Meine mit Gisela abgestimmte Taktik, hat verbunden mit dem Rat von Dr. Gräf die ersten 3km mit + 30 Sekunden zu planen eine Zeit von 4:32:00 ausgespuckt. Dr. Gräf hat Recht behalten und die langsame Pace am Anfang hat dafür gesorgt das die Zuschauer auf den letzten Metern bzw. Kilometern noch einen lachenden Marathoni sehen durfte und ich ohne großartige Probleme das Ziel erreicht habe.

Der 30. Oktober 2016 – ich begab mich alleine mit Auto und S-Bahn nach Frankfurt. Schon auf der Fahrt wusste ich, heute ist mein Tag ich bin gut drauf. – In der Messehalle durfte ich mich auf Einladung bei den erfahrenen Marathonis Jürgen ReiningGunter SchimpfAnja Schweizer und deren Laufgruppe auf meinen ersten Marathon Start vorbereiten. Das hat geholfen meine Nervosität auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Dann ging es auf den Vorplatz der Festhalle. Noch ein Foto der Gruppe und ich konnte schon ahnen, dass wir heute Kaiserwetter bekommen werden und dann war ich alleine auf mich gestellt. Als Marathon Newbie darf man nämlich im hintersten Block starten. Man war es da Frisch und die 10/15 Minuten bis die zweite Welle gestartet wurde hat sich wie eine Ewigkeit angefühlt. – Dann ging es endlich los. Die Herausforderung meine Pace so niedrig wie geplant zu halten war schon hart… aber es gelang. Doch zwischen km5 und 10 drohte ich zu überpacen, was ich glücklicherweise merkte und bis km 15 wieder im Soll war. Da erwartete mich dann auch mein Herzblatt Claudia und meine Freundin, Trainerin und Nachbarin Gisela an der Strecke. Kurz neue Verpflegung aufgenommen und Kappe und Armlinge gegen mein „#meinertsermarathon“ Stirnband getauscht. Dann ging es weiter über Niederrad, Goldstein nach Höchst. Coole Stimmung und als es aus Höchst raus ging war ich ja schon bei km 27und eine Band bescherte mir ein rockiges Lied zum Abschied aus Höchst. – Viele hatten mir im Vorfeld von der zähen Strecke von Höchst über die Mainzer Landstraße in die Innenstadt berichtet. Aber das fühlte sich für mich so nicht an. Einige Bands an der Strecke machten mir immer wieder Beine und meine Zwischenzeiten passten. Zwischen km 36 und 37 war der nächste geplante Treffpunkt mit meinen Supportern an der Strecke. Claudia und Gisela wurden mittlerweile von Gudrun und Michaelunterstützt. Alle schon mal abklatschen, ein Gel und ein paar Schluck Cola. Dann mein Kommentar: "Jetzt geht der Rock N' Roll weiter" und ich wusste die letzten 5/6 km schaffe ich auf jeden Fall und werde das Ding rocken. – Doch es gibt ihn wirklich, den Mann mit dem Hammer. Zwischen km 38 und 40 meinte dieser er müsste mir mal mitteilen, dass ich wechselweise Oberschenkelmuskeln und Wadenmuskeln habe. Auch auf meine Armmuskulatur hat er mich hingewiesen. – Doch er ließ sich von mir überzeugen, dass ich das alles schon weiß und ich gerade gar keine Lust auf ihn habe. Bei km40 hat er es eingesehen. 
Alleine die Stimmung in der Frankfurter Innenstadt trieb mir schon ab km 38 die ein oder andere Träne in die Augen, aber ich hatte ja noch die Sonnenbrille auf ;-) Das war auch gut so denn die Arbeitskollegen standen an der Hauptwache... ;-) – An der Ecke Platz der Republik / Ludwig-Erhard-Anlage dann die HR1 Bühne und es lief da ein Lied für die letzten 1,2km wie es kaum besser hätte geplant werden können. Die Toten Hosen mit: „An Tagen wie diesen…“ – Jetzt wurden die Schleusen aufgemacht und ich heulte vor Freude auf den letzten Metern erfüllt mit Glück, Stolz und intensivem Genuß, so dass im Ziel keine Tränen mehr übrig waren. Kurz bevor ich auf die letzten Meter am Messeturm abgebogen bin habe ich mir die Tränen abgewischt die Sonnenbrille auf den Kopf gesteckt und ganz bewusst das Tempo rausgenommen. Ich dachte Mathias, das musst Du jetzt so intensiv genießen wie es geht und dann standen da wieder meine Supporter kurz vor dem Eingang zur Messehalle und ich rief ihnen ein letztes Mal zu: „Das ist heute richtiger Rock N‘ Roll“. Dann nochmal das Tempo rausgenommen um die 7000-8000 Zuschauer in der Festhalle und die Stimmung richtig aufzusaugen. Noch den HR Moderator abgeklatscht und schon war ich im Ziel. – Wahnsinn, ich habe es geschafft und der Ratschlag von Jörg Drechsler – „Genieße es, es sind nur 42km.“ Sollte sich bewahrheiten. Die 4:35:53 sind wie im Zeitraffer verflogen. Doch erst heute realisiere ich so richtig was ich da gemacht habe und was da so alles passiert ist. – Geil, einfach nur Geil.

Doch ohne die Unterstützung von vielen Freunden und Bekannten wäre es nicht möglich gewesen, denen ich mit diesem Text einfach Danke sagen möchte.

Allen voran meinem Herzblatt Claudia, die insbesondere in der intensiven Vorbereitung durch die langen Läufe hat auf mich verzichten müssen und mich immer wieder aufgebaut und ermuntert hat.
Und dann noch der erstklassige Support gestern an der Strecke. – Du bist die beste !!!

Danke auch an Dani Weber für die ersten intensiven Schubser in die richtige Richtung 2014/2015.

Danke an Gisela, die es einfach nur zu gut versteht wie man mich kitzeln muss das ich im Training dran bleibe und noch den ein oder anderen drauf setze. Und mir mit ihrem Peter zahlreiche Tipps und Aufmunterungen gab und gibt als auch den tollen Empfang gestern Abend – Schön das es euch gibt.

Danke den Läuferinnen und Läufern der Lauftreffs des TV 1878 Groß-Umstadt und TV Hergershausen fürs ertragen meiner „Slow-Pace“ und die vielen Tipps und Hilfestellungen in den letzten Monaten ;-)

Danke auch an Gudrun Amend-Goll und Michael Goll für die Begleitung in den letzten Monaten und den Support gestern an der Strecke. – Ihr seid der Wahnsinn.

Danke an Anne Tilly für den langen Lauf nach Darmstadt und zurück mit genialem Sonnenaufgang im Oberfeld in der Vorbereitung.

Danke an die Drs. Föhrenbach und Gräf für die medizinische Betreuung und die Physiotherapeutische Praxis Georg von Kymmel , die mir die Muskulatur immer wieder gelockert haben. - Bei den intensiven 12 Wochen Vorbereitung bekommt man schon dauerhaft dicke Beine...

Last but not least…
Danke an alle die mir auf Facebook und Co. gratuliert haben – Ihr seid der Hammer ich bin geplättet von eueren Rückmeldungen und Glückwünschen.
Und Danke all denjenigen die ich, immer noch euphoriegeladen, hier vergessen habe… - Namaste.

Mein Fazit: #meinerstermarathon gerockt. 22kg in 24 Monaten weniger ermöglichen es mir wieder die Schuhe zu binden ohne Schnappatmung zu bekommen und durch das mittlerweile in mein Leben integrierte Training bin ich deutlich ausgeglichener. Es hat sich gelohnt und lohnt sich weiter.
"This is Rock N' Roll Baby"

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