Siebenmeter-Treffer beschert Ausgleich

30.01.12 09:30

Von: Darmstädter Echo & Manfred Picolin

Handball, Dritte Liga – Groß-Bieberau und Groß-Umstadt trennen sich vor 1400 Zuschauern in Darmstadt 20:20

Foto: Dieser Siebenmeter bescherte Groß-Bieberau das Unentschieden

30. Januar 2012  | Von Bernd Kalkhof

Siebenmeter-Treffer beschert Ausgleich

Handball, Dritte Liga – Groß-Bieberau und Groß-Umstadt trennen sich vor 1400 Zuschauern in Darmstadt 20:20


Wer hätte das gedacht. 1400 Zuschauer wollten das prestigeträchtige Handball-Derby der beiden ranghöchsten Clubs in der Böllenfalltorhalle sehen. Und das trotz der ungünstigen Anwurfzeit am Sonntagabend, wo die meisten Vereine des Bezirks selbst Punktspiele hatten. Doch der Vergleich litt besonders in der ersten Halbzeit an der erschreckenden Wurfschwäche auf beiden Seiten. Spannend war es trotzdem, denn es wurde eine emotionale Begegnung – geprägt von zwei starken Abwehreihen.

Dabei ging es ordentlich zur Sache. Die erste Zwei-Minuten-Strafe sah Groß-Umstadts Kreisläufer Oliver Schulz schon nach knapp drei Minuten, die zweite folgte 60 Sekunden später. Groß-Bieberau schlug aus der Überzahl jedoch wenig Kapital, zu nervös spielten die Odenwälder im Abschluss.
Der Gegner machte es aber nicht besser. So stand es nach sechs Minuten gerade mal 1:0. Beide Rückraum-Achsen wurden aggressiv angegriffen. Die Gastgeber machten sich fortan das Leben aber selbst schwer, weil sie trotz starker 6:0-Abwehr zu viele Fahrlässigkeiten im Spielaufbau offenbarten. Groß-Umstadts Spielmacher Tegaday Ramos-Nuez spielte in der Abwehr stark, provozierte Stürmerfouls und Schrittfehler beim Gegner.
Die Partie litt wegen der vielen Fehler und Fehlwürfe chronisch unter Tormangel. Nach 17 Minuten stand es 4:2 für die TSG. Noch dürftiger war Groß-Umstadts Wurfausbeute. Lediglich Routinier Christian Scholz hielt mit vier blitzsauberen Treffern dagegen, Linkshänder Florian See (4/1) blieb dagegen ebenso blass wie Mark Geißler. Auch weil Routinier Felix Beck im Tor der Odenwälder von Außen nicht zu überwinden war. „Groß-Bieberau hat stark gedeckt und unsere Außen haben nicht getroffen, dann wird es ganz schwer“, erkannte Trainer Jens Becker.
Nach dem 5:8-Rückstand schlossen die Gäste wieder auf, weil sich deren Torhüter Julian Sahm nun deutlich steigerte. Vier Sekunden vor der Halbzeit-Sirene warf der lange Kreisläufer Erik Schmidt sogar den Ausgleich 10:10.
Es dauerte wenige Minuten, da standen Groß-Bieberaus Spieler schon wieder auf dem Parkett. „Wir haben im ersten Abschnitt stark gedeckt. Da gab es nicht viel zu besprechen. Tore kann man nicht herbeireden“, erklärte Co-Trainer Dennis Rybakow das ungewöhnliche Tempo. Mit 10/4 Treffern war er ein Vorbild auf dem Feld.

Rybakow behielt recht, das Spiel blieb torarm. Die Torhüter rückten immer stärker in den Blickpunkt, zu schwach waren die zudem schlecht vorbereiteten Wurfversuche der Angreifer. Nach einer Dreiviertelstunde stand es 12:12, acht Minuten vor dem Ende 16:16. Dann traf Groß-Bieberau zum 18:16. Und frech konterte der TV Groß-Umstadt dann zum 20:19.
Eine Sekunde vor dem Abpfiff schafften die Gastgeber doch noch den Ausgleich – per Siebenmeter. Den Strafwurf versenkte Dennis Rybakow – der ebenso herausragte wie Torwart Felix Beck – mit dem zehnten Treffer.
Was blieb, war ein leistungsgerechtes Unentschieden. Darüber freute sich die TSG Groß-Bieberau deutlich mehr als der TV Groß-Umstadt, der vor allem mit der Schlussminute und der Siebenmeter-Entscheidung haderte. Das Hinspiel hatte die TSG nach deutlichem Rückstand noch zum 29:26 gedreht.

TSG Groß-Bieberau: Beck, Podsendek im Tor, Dennis Rybakow 10/4 Tore, Bauer 3, Malik 2, Seel 2, Arnold 1, Buschmann 2, Laurencz, Eidam und Yannick Göbel.
TV Groß-Umstadt: Elsner, Sahm im Tor, See 4/1, Scholz 4, Kramer 3, Schmidt 2, Acic 2, Ramos-Nuez 3, Nastos 1, Schulz, Werner, Geißler,
Zeitstrafen: 4/8, Siebenmeter: 6/4 und 1/1, Zuschauer: 1400.

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