Schwitzen statt Strandurlaub

06.08.2008 09:54 Von: Darmstädter Echo

Lehrgang in der Heinrich-Klein-Halle.

Schwitzen statt Strandurlaub
Handball: In Groß-Umstadt besuchen 60 jugendliche Talente aus ganz Deutschland ein Trainings-Camp
In Kooperation mit der Stadt Groß-Umstadt und dem Förderverein Handball des TV Groß-Umstadt organisierte die Handball-Akademie von Klaus Feldmann (Griesheim) eine Woche lang ein sogenanntes Top-Performance-Camp in der Heinrich-Klein-Halle. Großen sportlichen Nutzen brachte die Veranstaltung Regionalligist TV Groß-Umstadt nicht, schließlich hatte sich niemand der eigenen JSG-Auswahlspieler für das Camp angemeldet. Mathias Horn vom Förderkreis sieht allerdings den Gewinn für die Region im Vordergrund. „Wir sind Gastgeber für das wichtigste Camp der Akademie. Ein klares Bekenntnis des Stadtmarketings zum Handball in dieser Region.“

Fünf Tage lang schwitzten 60 Handballtalente in der Schwüle der Halle. Dabei wurden die Seminaristen in vier verschiedene Gruppen aufgeteilt, wobei die Einteilung vornehmlich vom Alter (Jahrgänge 1992 bis 1995) und der Athletik abhängig war, denn gut Handballspielen können alle. Den Gruppen waren jeweils zwei Trainer zugeteilt, wobei der „Headcoach“ mehr für die Trainingsinhalte als für die Betreuung zuständig ist.

Drei Trainingseinheiten am Vormittag, Mittagessen, weitere Trainingseinheiten im Gruppenverband sowie Spiele zum Abschluss bedeuteten ein hartes Programm. Selbst in den Pausen blieben die Gruppen zusammen, mussten beispielsweise den Verpflegungsraum aufräumen oder die Unterkünfte. Das schweißt zusammen, niemand kann sich der sozialen Verantwortung entziehen. Trotz des stressigen Alltags in den großen Ferien kommen die Hoffnungsträger gerne. Der 14 Jahre alte David Oetzel besuchte sein achtes Camp, reiste regelmäßig aus dem pfälzischen Dudenhofen an. „Ich habe mich ständig verbessert, der Verein kann einem diese intensive Ausbildung nicht bieten. Dafür opfere ich gerne ein paar Ferientage.“ Gelohnt hat sich der Aufwand scheinbar, Oetzel wechselte gerade in die C-Jugend des Zweitligisten TSG Friesenheim.

Auch der Leiter der Akademie, Klaus Feldmann, ist immer wieder erstaunt über Eifer und Einstellung der Schüler: „Eigentlich sind alle ausschließlich auf die sportlichen Inhalte orientiert. Wir können oft alle angestrebten Ziele umsetzen.“

Dazu gehört neben Athletik, Koordination und Technik die individuelle Ausbildung, ein Bereich, der in den Vereinen oft zu kurz kommt, denn dafür fehlt einfach die Zeit. Die Eltern des 15 Jahre alten Kroaten Mario Krajinovic hatten neben den nicht unerheblichen Kosten für das Camp auch die Reisekosten aufzubringen. Die deutschstämmige Mutter entdeckte die Veranstaltung im Internet und schickte ihren Sohn auf die mehr als 900 Kilometer lange Reise von Porec nach Südhessen. Der athletische Kroate fühlte sich voll integriert: „Innerhalb der Gruppen müssen alle zusammenhalten. Das ist wie bei einem Handballspiel, das kann auch keiner alleine gewinnen.“

Bernd Kalkhof
6.8.2008


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