Der TV Groß-Umstadt verlor die Zweitliga-Premiere am Freitagabend gegen die HSG-Frankfurt/Rhein-Main 25:30 (13:16). Dabei fehlte den Südhessen ein Spielertyp wie Steffen Weber. Bis in die 43. Minute war die Spannung in der Heinrich-Klein-Halle zu greifen. Groß-Umstadt hatte sich auf 20:21 herangekämpft, 800 Zuschauer hofften. Das Derby war offen, auch weil Gäste-Trainer Konrad Bansa den Hauptdarstellern Steffen Weber (5) und Hannes Lindt (8/2) Auszeiten gönnte.Der Neuling hatte dreimal Ballbesitz, vergab aber die Möglichkeit, die Partie zu drehen. Dann kam Weber zurück, ein blindes Anspiel auf Fabian Bohnert bescherte das 20:22. Dieser Vorsprung wurde kontinuierlich ausgebaut. ,,Solch ein Spieler hat in unseren Reihen leider gefehlt. Unser Personal blieb gegen die HSG nur Mittelmaß, keiner war wirklich gut. Um zu gewinnen, brauchst du aber eins, zwei Spieler, die über sich hinauswachsen", erkannte Trainer Ralf Ludwig. Routinier Weber war an den ersten acht Treffern beteiligt. Den ehemaligen Nationalspieler bekam Groß-Umstadts 3-2-1-Abwehr nicht in den Griff. Auch nicht durch eine Manndeckung. Die Freiräume nutzte Linkshänder Hannes Lindt. Tilman Werner, einer der Jungen beim Aufsteiger, war nach dem Abpfiff genauso enttäuscht wie die Mannschaft: ,,Nächste Woche spielen wir beim Bundesliga-Absteiger Düsseldorf, da sind die Verhältnisse vorher klar. Aber heute haben wir alle gespürt, da geht was. Und dann spielen wir höchstens Mittelmaß." Entspannter bewertete Groß-Umstadts Sportlicher Leiter Holger Zindt die Auftakt-Niederlage. Schließlich wurden die Erwartungen im Hinblick auf Zuschauerzuspruch erfüllt. ,,Das Umfeld hat sich heute zweitligareif gezeigt, das war sehr wichtig für uns. Wir dürfen nach einem Spiel nicht alles in Frage stellen, unser Team wird besser werden." Bei der HSG Frankfurt war man erleichtert nach dem hart erkämpften Erfolg. Gästetrainer Bansa: ,,Groß-Umstadt hat eine gute Mannschaft. Die werden noch etlichen Teams das Leben schwer machen. Glücklicherweise waren wir heute aber meistens einen Tick cleverer." Ob er mit dem ausgedünnten Kader die Qualifikation für die eingleisige Zweite Liga packt ( neun Vereine von 18), bleibt fraglich. Schließlich hat der mittlerweile 37 Jahre alte Steffen Weber schon lange keine Saison mehr durchgespielt. Auch der wurfstarke Linkshänder Hannes Lindt war oft verletzt.


