Schlusslicht als harte Nuss

31.03.2015 09:00 Von: Main-Echo & pico

TVG gegen Pirna 30:27. Foto: Maximilian Brunner

Main-Echo

Darmstädter Echo

Schlusslicht als harte Nuss
TV Groß-Umstadt - ESV Lok Pirna 30:27 (14:9). - Mit einem Sieg beschenkte sich der TVG eine Woche vor Ostern. Wer aber gedacht hatte, das Spiel gegen den Tabellenletzten würde ein Selbstläufer, sah sich getäuscht. Pirna forderte dem TVG vor 680 Zuschauern alles ab.
Anfangs agierten beide Teams unsicher. Der erste Treffer fiel erst in der siebten Minute (1:0). Die Hausherren bauten ihren Vorsprung dann kontinuierlich aus und gingen über die Stationen 4:2 und 11:5 mit 14:9 in die Pause.
Munter kam der TVG aufs Parkett zurück und legte bis zum 18:10 (39.) weiter vor. Doch plötzlich kam es zum Bruch im TVG-Spiel. Fehlwürfe und technische Fehler häuften sich und gaben den Gästen Auftrieb. Die Nachlässigkeit angesichts der deutlichen Führung und der fahrlässige Umgang mit den Chancen wurde den Hausherren fast zum Verhängnis. Pirna arbeitete sich bis zur 50. Minute auf 22:23 heran. Das Spiel drohte zu kippen. Jetzt flatterten die Nerven bei den Männern von Trainer Beckmann gewaltig. Doch Torhüter Thomas Bolling und David Acic übernahmen Verantwortung und sorgten dafür, dass der Sieg in Groß-Umstadt blieb.

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Überraschung war greifbar nah
TV Groß-Umstadt - HSV Lok Pirna Dresden 30:27


Nun ist es auch rechnerische Gewissheit: Die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden hat nach der 30:27-Niederlage gegen den TV Groß-Umstadt keine Möglichkeit mehr die Region unter dem ominösen Abstiegsstrich zu verlassen und muss nach acht Jahren in der dritthöchsten Spielklasse den Weg in die Mitteldeutsche Oberliga antreten. Einmal mehr jedoch drückt das Endergebnis nicht die Kräfteverhältnisse während der sechzig Minuten im Südhessischen Groß-Umstadt aus. Geschäftsführer Uwe Heller fand dafür klare und zugleich drastische Worte zum Spielausgang: "Ich bin stinksauer auf die beiden Unparteiischen aus Dortmund. Da konnte man nur den Eindruck gewinnen, als dürfe Pirna hier heute nicht gewinnen. Das drück unter anderem auch das Zeitstrafenverhältnis aus. Während sich die Gastgeber fast alles erlauben durften, kassierten wir für die selben Vergehen immer wieder Hinausstellungen."

In der Tat, während der TVGU lediglich eine Zeitstrafe absitzen musste bekamen die Schützlinge von Petr Hazl ganze sechzehn Strafminuten aufgebrummt. "Die ständige numerische Unterlegenheit zehrt dann natürlich auch an den Kraftreserven. Aber," so konstatiert Heller im gleichen Atemzug, "was das Team heute trotz aller Widrigkeiten aufgeboten hat, davor kann man nur den Hut ziehen. Für diese Leistung hat sich die Mannschaft hier mindestens einen Punkt verdient. Doch am Ende stehen wir mit leeren Händen da." Die Elbestädter, die aufgrund von der auch in der zweiten Halbserie nicht abreißen wollenden Verletztenmisere mit nur zehn Spielern nach Hessen gereist war, hatten von Beginn an rein gar nichts zu verlieren. So gestalteten die sächsischen Eisenbahner den Start in die Partie ausgeglichen. Nach einer knappen Viertelstunde setzten sich die Gastgeber dann nach und nach ab und Lok-Coach Petr Hazl musste mit der ersten Auszeit den Dampf rausnehmen. Bis zur Pause jedoch wuchs der Vorsprung des Tabellen-Dreizehnten auf fünf Tore an - die Pausensirene schellte beim 14:9 für den TV Groß-Umstadt.

Der zweite Spielabschnitt war gerade fünf Minuten alt, der musste Lokführer Hazl den grünen Karton ein nächstes Mal auf den Tisch des Schiedsgerichtes legen. Das Team von TV-Trainer Tim Beckmann zog nach einem 3:0-Lauf rasch auf 17:9 davon. Auch ob der begrenzten Wechselmöglichkeiten dachte bei den ebenfalls noch abstiegsbedrohten Groß-Umstädtern wohl keiner mehr, dass am Sieg der Heimmannschaft noch etwas zu rütteln sei. Doch da hatten die Südhessen wohl nicht mit der Moral der sächsischen Eisenbahner gerechnet. Mit jeweils zwei 3:0-Läufen pirschten sich Jiří Bouček und Co. an ihren Kontrahenten heran und hingen dem TVGU nun merklich im Nacken (20:18, 47). Selbst die durch die an diesem Abend wohl nicht ganz so unparteiischen Schiedsrichter aus Dortmund ausgesprochene dritte Hinausstellung für den Pirnaer Abwehrrecken Torsten Schneider brachte die Hazl-Buben nicht von ihrem Vorhaben ab, die Beckmann-Sieben noch abzufangen und den Spieß herumzudrehen. Nick Weber im Lok-Gehäuse trug mit tollen Paraden seinen Teil dazu bei, dass seine Vorderleute peu à peu bis auf einen Treffer heran kamen. Bis zum 26:25 fünf Minuten vor der Schlusssirene stand die Partie Spitz auf Knopf, ehe die Gastgeber dann im Endspurt den Sieg doch noch eintüten konnten.

"Heute sind wir als echtes Team aufgetreten und hatten uns hier etwas Zählbares verdient", war sich am Ende auch Lok-Jungspund Nicolas Bula sicher.
Die Handballspielvereinigung Lok Pirna Dresden hat heute Flagge gezeigt und muss nach vielen Rückschlägen in dieser so schwierigen Saison den Gang in die Mitteldeutsche Oberliga antreten. "Es ist sicher sehr schmerzlich. Die letzten acht Jahre waren eine sehr bewegte Zeit in Handball-Pirna. Es gab Höhen und Tiefen. Doch wir werden unseren Weg kontinuierlich weitergehen. Wir müssen das Geschehene erst einmal verarbeiten und dürfen aber auch die Augen nicht vor einem neuen Anfang verschließen, der für die Region mit unserer Spielgemeinschaft auch Chancen bereit hält", gibt Geschäftsführer Uwe Heller zu verstehen.
Für Die Pirnaer Ballwerfer geht es jetzt in den letzten vier Partien vor allem darum, das Gesicht zu wahren und Flagge zu zeigen. Allen voran vor heimischen Publikum soll den treuen Fans nach der zweiwöchigen Osterpause endlich wieder einmal einen Sieg geschenkt werden.

HSV Lok: Weber, Fietze, Möbius (1), Brecko (8), Havlat (3), Bouček (6/3), Maixner (1), Schneider (5), Bula, Danowski (3)
Spielfilm: 1:0 (7.), 4:3 (11.), 8:4 (13.), 11:5 (20.), 12:8 (27.), 14:9 (HZ); 17:9 (36.), 18:10 (40.), 19:12 (42.), 19:15 (44.), 20:18 (47.), 22:21 (51.), 26:25 (55.), 28:25 (59.), 30:27 <footer id="footer">

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