GROSS-UMSTADT.
Ohne Risiken ins Abenteuer zweite Liga28.06.10 08:16
Die Handballer dürfen sich auf dem Marktplatz ins Goldene Buch der Stadt eintragenOhne Risiken ins Abenteuer zweite LigaFeier: Die Handballer des TV Groß-Umstadt dürfen sich auf dem Marktplatz ins Goldene Buch der Stadt eintragen GROSS-UMSTADT. Ein fast wolkenloser Himmel, Sonnenschein und Temperaturen nahe der Dreißig-Grad-Marke - das Wetter passt zur Stimmung auf dem Groß-Umstädter Marktplatz. Nicht nur das Johannisfest hat am Sonntag etliche gut gelaunte Besucher ins Zentrum der Weininsel geführt, auch der Aufstieg der Herrenhandballmannschaft des TV Groß-Umstadt in die zweite Bundesliga wird gefeiert. Bürgermeister Joachim Ruppert empfing die Aufsteiger und Meister der Regionalliga Südwest auf der Marktplatzbühne. Was von der Stadt mit einem Eintrag ins Goldene Buch gewürdigt und von Handballfans wie -laien ausgiebig gefeiert wird, bedeutet für den Verein jedoch eine Umstellung, zumal er ,,mit wenigen Ressourcen auskommen muss", wie es Vereinsvorsitzender Albert Welter formuliert. Der Aufstieg sei nicht geplant gewesen, daher habe man sich mit den Veränderungen, die der Wechsel mit sich bringe, kaum auseinandergesetzt. ,,Zu jedem Zeitpunkt stand aber fest, dass die Mannschaft unverändert bleibt", betont Welter. Mit Marcel Bolling und Patrick Beer habe es nur zwei Abgänge gegeben. Für sie sind Axel Buschsieper, der auf der Linksaußen-Position spielt, und Tormann Michael Rebstock ins Team gekommen. ,,Alle Spieler sind Amateure", sagt der Vereinschef. ,,Wir werden kein finanzielles Risiko mit dem Kauf von Profispielern eingehen. Es kommt nicht in Frage, dass sich der Verein verschuldet."So müssen die frischgebackenen Zweitligisten auch weiterhin mit einem Budget von 100 000 Euro auskommen. ,,Wir erhoffen uns Mehreinnahmen durch höhere Zuschauerzahlen", sagt Welter. Die Verlegung der Heimspiele von Sonntag- auf Samstagabend solle dazu beitragen. Zudem sei man mit potenziellen und schon vorhandenen Sponsoren im Gespräch. Trotz aller Unterstützung werde der Verein aber ,,ein paar Euro mehr ausgeben müssen als bisher", sagt Welter.Holger Zindt, sportlicher Leiter der Handball-Abteilung, wird da konkreter. ,,Die Meldegebühren sind künftig höher, der Verein braucht eine andere Infrastruktur, der Verwaltungsaufwand wird größer, die Fahrten weiter - so können sich die zusätzlichen Ausgaben schnell auf 20 000 Euro summieren", sagt er. Um die Lizenz zu erhalten, habe der Verein schon eine Bürgschaft in dieser Höhe bei der Handball-Bundesliga hinterlegen müssen. ,,Das Geld ist nicht weg, aber planen können wir damit auch nicht."Die Mehrausgaben würden nicht an anderer Stelle eingespart, versichert der Sport-Ökonom. Bei den übrigen zehn Abteilungen des rund 1800 Mitglieder zählenden Turnvereins bleibe alles beim Alten. ,,Nur die Gymnastik-Abteilung musste eine Übungseinheit verlegen, da die Mannschaft die Halle nun vier- statt dreimal pro Woche fürs Training braucht." Es gebe zudem keinen Grund zu befürchten, dass die Kosten aus dem Ruder laufen. ,,Die Zeit in der zweiten Bundesliga betrachten Spieler, Trainer und der Verein als Abenteuer", sagt Zindt. ,,Wir gehen davon aus, dass sich die Mannschaft nicht länger als eine Saison dort halten wird." Die sehr junge Mannschaft besteht überwiegend aus Studenten, die sich mit einer Aufwandsentschädigung zufrieden geben. Für sie sei der höhere Zeitaufwand unproblematisch. Auf den möglichen Abstieg seien schon jetzt alle vorbereitet. ,,Ab der Saison 2011/12 wird die in Nord und Süd geteilte zweite Liga eingleisig, so dass 18 Mannschaften absteigen müssen", begründet Zindt seine Prognose. Alle Spieler hätten jedoch einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. ,,So können wir auch in der dritten Liga mit der Mannschaft planen."
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