Mit der Chancenverwertung hapert es tüchtig

26.01.2015 08:17 Von: Darmstädter Echo & Manfred Picolin

TV Groß-Umstadt quittiert beim HC Neustadt ein 27:32

Mit der Chancenverwertung hapert es tüchtig

Handball, Dritte Liga – TV Groß-Umstadt quittiert beim HC Bad Neustadt ein 27:32

Das Ergebnis täuscht: Bei der 27:32 (14:16)-Niederlage gegen den HC Bad Neustadt in der dritten Handball-Bundsliga war für den TV Groß-Umstadt Zählbares möglich. Liederliche Chancenverwertung kostete am Samstagabend die Punkte.

Der TV Groß-Umstadt bot vor 540 Zuschauern im fränkischen Bad Neustadt ein gutes Spiel. Dass er mit leeren Händen dastand, lag an der mangelhaften Verwertung bester Chancen. Die Abwehr hatte große Probleme mit den starken Individualisten der Gastgeber, was zweitrangig war. In den entscheidenden Phasen, als die Gäste drauf und dran waren, den Ausgleich zu erzielen, patzte der Angriff. Nach sechs Minuten hieß es 4:1, doch drei Treffer des besten Bad Neustädter Angreifers, Vilim Leskovec (9), sorgten danach für ein leichtes Übergewicht der Bayern. Mit schnörkellosen Eins-Eins-Aktionen brachten Leskovec, der im Hinspiel verletzt fehlte, und Dirigent Emil Feuchtmann (5) die Abwehr in Verlegenheit. Doch weder der 7:10-Rückstand noch das 10:13 (25.) schockten Groß-Umstadt. Routinier Florian See (7) und Sebastian Paul (5) sorgten mit wuchtigen Distanzwürfen für Anschlusstreffer. Auch nach dem Wechsel ging es hin und her, immer mit leichtem Übergewicht für Bad Neustadt. Chancen zur Wende gab es. Immer patzte der Angriff, gerade bei richtig gut herausgespielten Möglichkeiten.

„Auch wenn wir in der Abwehr schon stabiler waren, dieses Spiel haben wir im Angriff verloren“, erkannte Tim Beckmann. Der Trainer musste in der 58. Minute mit ansehen, wie die Mannschaft beim 27:29 in Überzahl zwei dicke Chancen ungenutzt ließ. Bad Neustadt bedankte sich über die schnellen Außen Jan Wicklein und Gary Hines mit drei Treffern in Folge. Unzufrieden war Beckmann nicht: „Die Jungs haben nie aufgesteckt und sich immer wieder rangekämpft. Die Einstellung hat also gestimmt, das ist die Hauptsache.“ Mehrfach stellte er die Abwehr um, ließ Feuchtmann und Leskovec offensiv abschirmen. Doch auch das half an diesem Samstagabend nicht.

TV Groß-Umstadt:Thomas Bolling, Khan (im Tor), See 7/2, Paul 5, Kramer 3, Acic 3, Brunner 2, Purucker 1, Eisenträger 3, Geißler 2, Kraft 1, Kwiatkowski, Joshua Kraus und Blank, Haupttorschützen für Bad Neustadt: Leskovec 9, Böhm 6, Feuchtmann 5, Gerr 4, Wicklein 4/1, Zeitstrafen: 3/2, Siebenmeter: 1/1 und 3/2, Zuschauer: 540.

Die "Rhön- und Saale-Post" berichtet:

 

Spielberichte

Bericht: HSC - Groß-Umstadt

25.01.2015 - Christian Hüther

Leskovec meldet sich zurück

Neun Tore des Kroaten ziehen den HSC Bad Neustadt zum 32:27-Sieg über Groß-Umstadt

Großer Jubel nach dem Abpfiff in der Bürgermeister-Goebels-Halle. Der Handball-Drittligist HSC Bad Neustadt hatte die im Vorfeld als Vier-Punkte-Match bezeichnete Begegnung der Dritten Liga Ost gegen den TV Groß-Umstadt für sich entschieden. Das 32:27 (16:14) war nach Ansicht aller Beteiligten verdient, „denn bis auf die ersten Minuten waren wir dominierend“, sagte Bad Neustadts Coach Margots Valkovskis, der von einer geschlossenen Mannschaftsleistung sprach. Seine Freude dürfte sich beim Blick auf die anderen Ergebnisse noch gesteigert haben, denn der Vorsprung auf die Abstiegsplätze beträgt nach diesem Spieltag erkleckliche acht Punkte. Der Rückstand auf den TV Kirchzell auf Rang sechs, den der HSC als Saisonziel ausgegeben hat, nur noch drei. „Wir haben heute als Mannschaft funktioniert und unsere Kritiker widerlegt, die anderes behauptet haben“, sagte HSC-Kapitän Maximilian Schmitt.

Die Partie begann aus Sicht der Einheimischen zunächst wenig verheißungsvoll, ihnen schien das Northeim-Debakel noch in den Knochen zu stecken. Nachdem Vilim Leskovec, der endlich gesundheitlich wieder auf der Höhe scheint und mit neun Treffern bester Schütze war, die erste Chance nach 30 Sekunden verwertete, fanden die nächsten vier Wurfversuche des HSC ihr Ziel nicht. Auch der von Gary Hines, der fast durchgängig auf der Linksaußenposition agierte, aber dort wenig Torgefahr entwickeln konnte, nicht. Apropos Linksaußen: Diese Position scheint bei fast allen Drittligisten kein Schwerpunkt im Angriffsspiel zu sein, bei den Südhessen erwies sich Fabian Kraft als zweikampfschwacher und harmloser Angreifer.


Aber auch der gegnerische Rückraum präsentierte sich nach den ersten vier Treffern zunehmend unpräziser im Abschluss, was aber auch daran lag, dass Felix Schmidl die TV-Rückraumakteure Florian See, der zwar sieben Mal traf, aber hierfür siebzehn Versuche benötigte und zudem einen Strafwurf über das Tor setzte, und Markus Eisenträger immer besser ausguckte. Auf der Torhüterposition überraschte Valkovskis mit einer Variante, er nahm einige Wechsel vor, wobei auch Nils Thomas eine starke Leistung zeigte. Als Lukas Böhm, der aktuell die erste Wahl auf der halbrechten Position ist, auf 2:4 verkürzte, sorgte dies gepaart mit Schmidl-Paraden für die Wende. Denn Böhm und der in der ersten Viertelstunde nicht zu stoppende Leskovec sorgten nicht nur für den Ausgleich (5:5), sie zwangen TV-Coach Tim Beckmann auch dazu, von einer 6:0-Deckung auf die 4:2-Variante umzustellen.

Allerdings mit wenig Erfolg, denn nun griff beim HSC die Achse Böhm-Gerr, Letzterer erbrachte ein Riesenpensum, weil er sowohl in Angriff und Abwehr fast die komplette Zeit auf dem Parkett stand. „Der muss sich eigentlich bei den Schiedsrichtern bedanken, wenn sie gegen ihn eine Zeitstrafe verhängen, da kann er mal verschnaufen“, sagte ein HSC-Fan. In dieser fairen Auseinandersetzung saß Gerr zweimal auf der Strafbank, während der ersten traf Leskovec zum 9:7. Kaum zurück erhöhte Gerr auf 10:7, der Gast nahm die erste Auszeit. Dieser Drei-Tore-Vorsprung hielt die nächsten Minuten, es entwickelte sich ein Wurfduell zwischen Böhm und dem jungen Sebastian Paul auf der Gegenseite, das mit je zwei Treffern erst einmal remis endete. Doch der schöne Vorsprung der Valkovskis-Schützlinge war dann binnen zwei Minuten aufgebracht, ein von Kai Kramer verwertete Tempogegenstoß sorgte für den 14:14-Ausgleich. Doch diesmal behielten die Saalestädter die Nerven, drei Thomas-Paraden sowie Treffer von Böhm und Emil Feuchtmann ließen die Hausherren hoffnungsvoll in die Kabine gehen.

Der zweite Durchgang startete mit erfolgreichen Würfen auf beiden Seiten, nach dem 19:17 kam der Gegner neuerlich auf, weil Hines die Kugel am Tor vorbei setzte und Wicklein die Latte anvisierte. In dieser Phase deutete TV-Keeper Thomas Bolling seine Klasse an, gegen den Dreierpack von Leskovec, Böhm und Hines zum 22:19 war er machtlos. Und das sollte schon die Vorentscheidung sein, denn die Groß-Umstädter waren nur noch in der Lage, den Rückstand nicht ausufern zu lassen. Als Gerr erstmals für eine Vier-Tore-Führung (26:22/52.) sorgte, war die Angelegenheit im Prinzip schon erledigt, denn der Gegner reagierte mit ungeduldigen Würfen (See) oder machte sich das Leben durch technische Fehler (Acic, Purucker) selbst schwer. Da überstanden die HSCler auch eine Zeitstrafe für Emil Feuchtmann unbeschadet, Hines sowie Wicklein mit einem Doppelschlag netzten zum Endstand ein. Der letzte Treffer resultierte aus einem Tempogegenstoß. Eine Angriffsoption, die die Saalestädter wieder im Offensivrepertoire haben.

Statistik zum Spiel
3. Liga Ost

HSC Bad Neustadt – TV Groß-Umstadt 32:27 (16:14)

Bad Neustadt: Schmidl (bis 25., 31. bis 35., ab 56.), Thomas – Panfil, Valkovskis (n. e.), Schmitt, Hines 3, E. Feuchtmann 5, Kern (n. e.), H. Feuchtmann (n. e.), Djuricin 1, Wicklein 4/1, Gerr 4, Leskovec 9, Böhm 6.

Groß-Umstadt: T. Bolling, Khan (n. e.) – Paul 5, Brunner 2, Blank, See 7/2, Acic 3, Kraft 1, Kraus (n. e.), Geißler 2, Kramer 3, Purucker 1, Kwiatkowski, Eisenträger 3.

Siebenmeter: 1/1:3/2.

Zeitstrafen: 6:4 Minuten.

Zuschauer: 563.

Schiedsrichter: Fröbe/Pesth (Kühnau/Dessau-Roßlau).

Spielfilm: 1:4 (5.), 5:5 (10.), 8:6 (15.), 10:7 (20.), 13:10 (25.), 16:14 (30.) – 19:17 (35.), 19:19 (40.), 23:21 (45.), 25:22 (50.), 27:23 (55.), 32:27 (60.).

Quelle: Rhön- und Saalepost (26.01.15)

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