Gespräch mit dem Handball-Trainer Ralf Ludwig

27.02.2008 12:05 Von: Thorsten Wortmann

Nach der Niederlage in Saarlouis - vor dem "Vierpunktespiel" gegen Pohlheim

Das TVG Team-Interview .

Diese Ausgabe des TVG-TI mit unserem Trainer Ralf Ludwig wurde einen Tag nach der Niederlage bei der HG Saarlouis geführt.

 

 

 

TVG-TI Redaktion:

Hallo Ralf,

von Nachbarschaftshilfe für die TSG Groß-Bieberau scheint Ihr ja nichts zu halten, oder?

 

Ralf Ludwig:

Warum? Ersten ist Groß-Bieberau so stark besetzt, dass Sie nicht auf Nachbarschaftshilfe angewiesen sind, und zweitens hat Saarlouis immerhin 2 seiner lediglich sieben Verlustpunkte gegen uns verloren J - wenn das mal keine Nachbarschaftshilfe ist.

Zudem schauen wir (und ich glaube auch alle anderen Mannschaft) zum jetzigen Zeitpunkt nur nach sich selbst, und zumindest wir haben da genug zu sehen.

 

 

TVG-TI Redaktion:

Wie auch schon in Nieder-Olm erspielt ihr euch auch in Saarlouis während der ersten Halbzeit einen großen Vorsprung, den ihr allerdings bis zum Pausenpfiff wieder abgegeben habt! Fehlt es dort an Konzentra-tion oder eher an Routine? Oder hat dies andere Gründe?

 

Ralf Ludwig:

Tja, dass ist eine gute Frage! Ich denke es ist eine Vielzahl von Gründen, die da zusam-menkommen. Aber reduziert man diese, fehlt uns schlicht und ergreifend etwas die Clevernis. In Nieder-Olm haben wir die letzten 10 Min. der ersten Halbzeit 10:3 verloren, in Saarlouis nunmehr 8:1. Dann wird es sehr schwer auswärts etwas Zählba-res mitzunehmen. Jedenfalls liegt es nicht an fehlender Physis, denn die ist zweifelsfrei vorhanden. Wir verlieren in einigen Spielpha-sen immer unser Konzept und spielen völlig Kopflos – für solche Situationen müssen wir in Zukunft klarere Absprachen treffen.

Aber auch sehr wichtig für uns ist die Erkenntnis, dass wir prinzipiell gegen fast alle Mannschaften in dieser Liga mithalten können und vielleicht fehlt uns da manchmal einfach ein bisschen der wirkliche Glaube an den Sieg! Denn sowohl in Groß-Bieberau als

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

auch in Saarlouis haben wir alle ganz ungläubig dreingeschaut, als wir plötzlich mit 4 Toren in Führung lagen!

 

 

TVG-TI Redaktion:

Zum Auftakt des „Monats der Wahrheit“ erwartet Euch mit der HSG Pohlheim ein Team, das im Gegensatz zur Hinrunde gefestigter zu sein scheint und bei einem heutigen Erfolg auf der Weininsel wieder den Anschluss ans Mittelfeld herstellen kann. Erwartest Du ein ähnliches Geduldspiel, wie vor zwei Spieltagen gegen Irmenach?

 

Ralf Ludwig:

Ich glaube eher an ein ähnliches Kampfspiel wie gegen Irmenach. Prinzipiell halte ich Pohlheim für eine gute Handballmannschaft, mit denen wir in der Oberliga letztes Jahr um den Aufstieg gekämpft haben und uns in zwei engen Spielen durchsetzen konnten.

Pohlheim hat in dieser Saison ein wenig Probleme bekommen, sich in der Regionalli-ga zu akklimatisieren, hat sich aber neuer-dings mit N. Beppler verstärkt und prompt zu Hause deutlich gegen Hochdorf gewonnen. Insofern werden Sie mit neuem Elan zu uns kommen und vehement um die Punkte gegen den Abstieg kämpfen. Und genau das müssen wir daher auch tun, um letztendlich siegreich den Platz zu verlassen.

 

TVG-TI Redaktion:

Es folgen danach die Heimspiele gegen Hochdorf und MüKäBa im „Monat der Wahrheit“, sowie eine wohl vorentscheidene Begegnung in Budenheim. Ist sich die Mannschaft über die Chance, in den nächs-ten Wochen den Klassenerhalt perfekt zu machen, im Klaren?

 

Ralf Ludwig:

Davon gehe ich fest aus!

Aber die Spiele gegen Hochdorf, MüKäBa und in Budenheim interessieren uns derzeit in keiner Weise. Wir müssen sehen, dass wir gegen Pohlheim gewinnen und unser Punktekonto wieder ausgeglichen gestalten können. Alles Weitere kommt erst dann.

Viel wichtiger ist, dass wir nach der schlech-ten Leistung gegen Kirchzell in den letzten drei Spielen wieder besseren Handball gespielt haben und daher durchaus Selbst-bewusst in den zweifelsfrei für uns sehr wichtigen Monat März gehen können.

 

Aber eins möchte ich an dieser Stelle doch noch mal in Erinnerung rufen: Angenommen, es läuft in den kommenden zwei Spielen Super für uns, dann hätten wir im günstigsten Fall an Ostern einen Punktestand von 23:21 bei noch acht ausstehenden Spieltagen. Günstigstenfalls also genau jenen Punk-testand, mit dem der TV Gross-Umstadt schon einmal seinen geglaubten Klassener-halt verkündete. Mann holte danach noch 2:14 Punkte und stellte dann Mitte Mai frustriert fest, dass man mit 25 Punkten tatsächlich den Weg in die Oberliga antreten musste.

 

Um jetzt die Worte unseres Managers zu verwenden: „Ein Fehler ist nur dann ein Fehler, wenn man in zweimal macht“! Daher will ich solche Äußerungen wie in der Frage hinsichtlich „Klassenerhalt perfekt machen“ eigentlich im März gar nicht lesen, denn der Klassenerhalt ist für mich wenn dann frühestens mit einem Sieg am 24.05 im Heimspiel gegen Hassloch perfekt. Und bis dahin möchte ich möglichst viele Spiele gewinnen...

 

...und das am liebsten mit der gewohnten Unterstützung unserer treuen Zuschauer!!

 

 

 

 

TVG-TI Redaktion:

Danke für das Interview und viel Erfolg in der anstehenden Partie.

 

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