Es gärt nach der Enttäuschung

04.05.2015 08:22 Von: Darmstädter Echo

TVG blaniert sich gegen HG Köthen beim 28:32

Es gärt nach der Enttäuschung

Handball, dritte Liga – TV Groß-Umstadt blamiert sich gegen HG Köthen beim 28:32 – Geißler und Purucker gehen

Nach der erneuten peinlichen 28:32-(11:17)-Niederlage am Samstagabend im letzten Heimspiel gegen die HG Köthen rumort es gewaltig beim TV Groß-Umstadt. Perspektivisch sieht es in der dritten Handball-Bundesliga nicht gut aus für die Südhessen.

Eigentlich sollte es ein entspannter Saisonabschluss werden am Samstagabend in der Groß-Umstädter Heinrich-Klein-Halle vor 300 Zuschauern. Doch während der Pressekonferenz nach der unnötigen Enttäuschung gegen den Abstiegskandidaten gab es lautstarke Kritik am Trainer und der Mannschaft.

Übungsleiter Tim Beckmann blieb besonnen und beruhigte die unsäglichen Nörgler. Es herrscht nicht die beste Stimmung derzeit beim südhessischen Drittligisten. Besonders frustriert war nach dem Abpfiff Holger Zindt. Der Sportliche Leiter hatte sich mehr versprochen von der Spielzeit, die letztendlich enttäuschend verlief. 21 Zähler hat der Tabellendreizehnte auf dem Konto – ein Wunder, dass diese Punktzahl zum Klassenerhalt reicht. „Bei uns liegen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Der Kader hat nicht das gezeigt, was wir uns erhofft hatten“, zürnte Abteilungsleiter Zindt.

Weit mehr als das zerfahrene Leistungsbild der Mannschaft ärgert den leidenschaftlichen Handballer und ehemaligen Kreisläufer das direkte Umfeld des Vereins. Stimmen, die einen Trainerwechsel fordern, wurden in den letzten Wochen lauter. Dem schob Zindt in der Hallenzeitung demonstrativ einen Riegel vor. „Wir sind froh, dass Tim bei unseren miserablen Rahmenbedingungen überhaupt weitermacht. Er hat keinen Torwart-Trainer, keinen Co-Trainer und Betreuer – das gibt es nur bei uns.“ Zindt beklagte, dass zur Zeit überhaupt nur drei Personen in die Abteilungsarbeit eingebunden sind. Akquise zusätzlicher Sponsoren, Fehlanzeige. Mit Marc Geißler (SG Babenhausen), der zehn Jahre das Trikot der Südhessen trug, und Danny Purucker (TV Hochdorf) gehen zwei Aufbauspieler. Ersatz ist nicht in Sicht, dabei fehlt es im Rückraum an personellen Alternativen. Davon konnten sich die Zuschauer gegen HG Köthen überzeugen. Der Rückraum, gerade die linke Seite, verblasste. Der Zug zum Tor fehlte. Ganz anders bei den abstiegsbedrohten Gästen. Sie zeigten eine ansprechende Offensivleistung, hatten in Sebastian Greß (7/1), Kreisläufer Rene Uelsmann (7) und Rechtsaußen Steven Just (7/1) sichere Torschützen. Nach 23 Minuten stand es 7:14, ohne dass sich im Spiel des TV Groß-Umstadt etwas regte – erschütternd. Einzig Routinier Florian See (7 Tore) setzte immer wieder Nadelstiche, das war jedoch zu wenig. Die Gastgeber lagen nach 42 Minuten hoffnungslos mit 15:25 zurück, ehe bei den Ostdeutschen langsam Konzentration und Kräfte schwanden. Mehr als der Anschlusstreffer zum 24:27 gelang aber nicht mehr. Nun wird es spannend, wie es in den kommenden Monaten beim Traditionsverein weitergeht.

TV Groß-Umstadt: Bolling und Zwiers (im Tor), See 8/3, Eisenträger 4, Paul 2, Kramer 4, Blank 4, Geißler 2, Acic 2, Kwiatkowski 2, Purucker, Brunner und Kraus.

Haupttorschützen der HG Köthen: Uelsmann 7, Just 7/1, Greß 7/1, Zeitstrafen: 3/2, Siebenmeter: 3/3 und 7/3, Zuschauer: 300.

Das"Main-Echo" berichtet:

Groß-Umstadt schwach


3. Liga Männer, Staffel Ost: TV Groß-Umstadt - HG Köthen 28:32 (11:17). - Was ist nur mit dem TV Groß-Umstadt los? Nach der Blamage vergangene Woche gegen den Northeimer HC vergraulte die Mannschaft nun die 300 Zuschauer gegen den HG Köthen erneut. Von Wiedergutmachung konnte keine die Rede sein.

Der TVG scheint die Runde abgehakt zu haben. Nach nur zwei Minuten lagen die Hausherren bereits mit 0:3 zurück. Die Gäste zogen weiter davon und führten zur Pause mit 17:11. Dabei wechselte TVG-Trainer Tim Beckmann, was das Zeug hielt - er hatte nach 15 Minuten bereits die komplette Anfangsformation ausgetauscht. Die beiden Torhüter Bolling und Zwiers konnten einem leid tun, denn die Abwehr war so gut wie nicht vorhanden.
Ähnlich ging es nach dem Wechsel weiter. Seitens der Hausherren gab es kein Aufbäumen, Köthen hatte leichtes Spiel. In der 42. Minute stand es 15:25. Die Gäste führten den TVG nach allen Regeln der Kunst vor. Erst als der 14. der Tabelle in der Schlussphase nachließ, gelang den Einheimischen etwas Ergebniskosmetik.

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