Der Manager (Sportliche Leiter) Holger Zindt hat das Wort11.05.10 16:12
Drei nehmen Abschied: Patrick Beer, Tim Beckmann und Marcel BollingDer Manager hat das Wort… . Wenn ich von Thorsten Wortmann, dem Chef unseres Hallenheftes, das Wort erteilt bekomme, dann hat das i.d.R. etwas mit der Saisonplanung und den Zu- und Abgängen mit Blick auf die neue Spielzeit zu tun. Und so habe ich in dieser nun letzten Hallenheftausgabe der Saison 2009/2010 die Aufgabe, drei verdiente TVG Spieler zu verabschieden und einen Neuzugang für die neue Saison herzlich willkommen zu heißen. Bis vor ein paar Wochen sind wir, Trainer und Sportliche Leitung, eigentlich noch davon ausgegangen, einen Kader für Liga 3 zusammenstellen zu müssen. Und erst die unverhoffte Niederlage unseres schärfsten Widersachers HSG Gensungen/Felsberg in Gelnhausen hat in uns die Erkenntnis wachsen lassen, dass auch Liga 2 ein realistisches Szenario werden kann. Zu dem Zeitpunkt, zu dem ich diese Zeilen schreibe, fehlt uns noch ein Punkt zum großen Erfolg. Ein Punkt, den wir selber gegen Apolda holen müssen – oder aber ein Punkt, den Gensungen in Baunatal liegen lassen müsste. Aber auch wenn wir die „Bedrohung“ eines Zweitligaaufstieges früher wahrgenommen hätten, wir hätten unsere Planungen für die Saison 2010/2011 nicht verändert - und auch nicht verändern können. Denn anders als im Fußball spült ein solcher Aufstieg keine TV-Gelder oder sonstige Einnahmen in unsere Kassen. Ganz im Gegenteil – zunächst einmal wird alles teurer für uns: Meldegelder, Fahrtkosten zu den Auswärtsfahrten, Schiedsrichterentgelte etc.! Daher kann ich Ihnen für die Kaderplanung zur neuen Saison genau das berichten, was ich Ihnen berichtet hätte, wenn wir uns auf eine Saison in Liga 3 eingestellt hätten: Uns verlassen zum Saisonende 3 Spieler. Und mit Michael Rebstock wird ein zweiligaerfahrener Torhüter zum Kader dazu stoßen – das wars dann wohl aber auch schon! Auch wenn der Sportlicher Leiter sicherlich noch ein paar andere „Ideen“ im Kopf gehabt hätte …! An den wirtschaftlichen Gegebenheiten kommen wir nun einmal nicht vorbei.
Mit „Zwibbel“ (woher kommt eigentlich dieser Name?) Patrick Beer verlässt uns unser langjähriger Mittelmann, der seit 2004 die Fäden im TVG-Angriff in seinen Händen gehalten hat. Paddy ist nach vollendetem Studium in den „Niederungen“ des harten Berufslebens angelangt (inzwischen gar an verantwortungsvoller Stelle) und hat mit seiner Frau Nadine zudem vor Kurzem eine kleine Tochter in die Welt gesetzt. Als Patrick im Februar mit den Worten „Holger, ich muß mich entscheiden zwischen meiner Familie oder einer internationalen Karriere beim TV Groß-Umstadt“ auf mich zukam, war mir zum Einen klar, dass der TVG in diesem „Bieterwettstreit“ keine Chance haben wird. Zum Anderen hoffe ich für diese mehr als wahre Variante der Geschichte nachher auf ein Weizenbier von unserem Paddy ! Spaß beiseite! Für einen frisch gebackenen Familienvater, der auch beruflich arg in der Pflicht steht, ist weder die Zweite noch die Dritte Liga vergnügungssteuerpflichtig. Insofern hat uns Paddy schon sehr frühzeitig signalisiert, dass er den Verein verlassen wird. Er wechselt in die Landesliga zur HSG Hanau, was dazu führt, dass wir ihn bei den Spielen gegen unsere zweite Mannschaft auf jeden Fall wiedersehen werden. Zudem hat uns Paddy fest versprochen, dem TVG nicht für immer den Rücken zu kehren, sondern in naher Zukunft in anderer Funktion (wie wäre es mit der Sportlichen Leitung?) zurück zu kehren. Dass Patrick in all den Jahren beim TVG ein aufrechter Sportler war, auf den man sich stets verlassen konnte, brauche ich hier fast nicht zu erwähnen. Mit Patrick verlässt uns ein Spieler, der auch nach dem Abstieg 2005 (und was konnte er schon dafür, dass der durch ihn in Manndeckung genommene luxemburgische Nationalspieler seinerzeit in Saarbrücken das entscheidende Tor gegen uns geworfen hat?) treu zum Verein und zum Team gestanden hat und (und das meine ich ernst) nicht selten seine Gesundheit hinter den Erfolg von Team und Mannschaftskollegen gestellt hat. Paddy, halt die Ohren steif! Mach es gut in Hanau-Steinheim und lass uns nicht zu lange warten auf Deine Rückkehr in die Weininsel! Mit Marcel Bolling verlässt uns ein weiterer langjähriger Weggefährte. Auch Marcel ist seit 2004 bei uns im Verein, hat ebenso wie Paddy Auf- und Abstiege erlebt und auch er krönt seine Karriere beim TVG mit der diesjährigen Saison. Eine Saison, die für Marcel mit zwei Knochenbrüchen (Hand und Fuß) zunächst mehr als unglücklich verlaufen ist und die er so hoffentlich auch kein zweites Mal mehr erleben wird. Nach seiner Rückkehr ins Team hat er jedoch gezeigt, wie wichtig er für die Mannschaft ist. So hat er zwar weniger Einsatzzeiten gehabt als sein junges Pendant Jens Elsner. Aber er hat ganz entscheidenden Anteil daran, dass wir bis zum heutigen Tag den Platz an der Sonne inne haben. Die Entscheidung, mit Marcel nicht in die neue Runde gehen zu wollen, haben wir ganz bewusst getroffen und sie ist nicht überall auf Verständnis und Gegenliebe gestoßen - zu sehr ist uns „Der Bollinger“ ans Herz gewachsen. Schlussendlich hat aber auch hier die Vernunft gesiegt und ich denke, Marcel trägt diese Entscheidung inzwischen auch mit. Nachdem er (der Liebe wegen) seinen Wohnort aus Darmstadt in Richtung Heidelberg verlegt hat, ist die Anreise zu Training und Spiel doch mit einem mächtigen Mehraufwand verbunden gewesen und da auch Marcel inzwischen im Berufsleben steht, gibt es sicherlich günstigere Konstellationen. Marcel wechselt zur HSG Oftersheim/Schwetzingen, im letzten Jahr noch Zweitligist, in der neuen Saison aber wohl nur noch in der Oberliga spielend. Dass Marcel nach seinem feststehenden Weggang aus Groß-Umstadt im Training und auch bei den Spielen noch einmal eine „Schippe drauf gelegt“ hat, um mit seinem TVG den Aufstieg zu schaffen, zeigt, was für ein tadelloser Sportler er ist. Und ja natürlich … „Der Bollinger“ ist Torwart und hat ohnehin etwas „Matsch am Paddel“ – wie unser Trainer zu sagen pflegt. Auch Marcel wünschen wir alles Gute an seiner neuen Wirkungsstätte und freuen uns schon heute auf ein Wiedersehen auf der Weininsel. Unser dritter Abgänger, Tim Beckmann, ist eigentlich gar kein richtiger Abgang. Tim, der schon in der Jugend beim TVG gespielt hat und ein kurzzeitiges Intermezzo in Groß-Bieberau und Bruchköbel gab, kam 2007 zurück zum TVG und hat sich hier innerhalb kürzester Zeit trotz seiner jungen Jahre zum Führungsspieler und Kopf der Mannschaft gemausert. Umso erstaunter waren wir, als unser Kapitän im Januar für die kommende Spielzeit um eine Auszeit gebeten hat. Das Studium mit dem anstehenden Examen und die immer noch verletzte und nicht auskurierte Schulter machen diese Pause aber fast unumgänglich. Tim wird seinen Spielerpass allerdings beim TVG liegen lassen und in keiner unteren Spielklasse dem Ball hinterher laufen. Zudem ist besprochen, Tim, der als Sportstudent (Lehramt) und Jugendtrainer diverse Trainerscheine besitzt, in der neuen Saison in unser Trainerteam zu integrieren. Ob und wie es nach einem Jahr Pause mit ihm als Handballer weitergeht, werden wir dann in Ruhe mit ihm besprechen. Ich persönlich glaube, dass Tim viel zu handballbesessen und ehrgeizig ist, um schon in so jungen Jahren die Schuhe an den berühmten Nagel zu hängen. Und gerade die Weinsinsel ist ja bekannt dafür, dass man hier auch als älteres Semester noch guten Handball zeigen kann. Insofern gönnen wir unserem Kapitän seine Auszeit und hoffen auf eine baldige Wiederkehr auf dem Platz. Solange wird er uns in Ralf Ludwigs Trainerteam gute Dienste leisten und seinen Teil dazu beitragen, dass die TVG-Erfolgsgeschichte auch im nächsten Jahr weiter geht. Holger Zindt |
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