Der „Doyen“ der Groß-Umstädter Sportler fehlte überraschend. Wie Bürgermeister Joachim Ruppert bei der Ehrung der „Goldigen“ verkündete, war der vielfache Fechtmeister Hans G. Kilberth (74) kurzfristig erkrankt. So stand Anita Thimm am Samstagabend in der Stadthalle ohne den bekannten Senior-Sportler auf der Bühne. Umringt war die eher öffentlichkeitsscheue Athletin von vielen weiteren höchst erfolgreichen Sportsmännern und -frauen, darunter auch wieder einige Vertreter des Behindertensports, die dem Groß-Umstädter Ehrungsreigen stets einen besonderen Akzent verleihen. Die Gesamtzahl der Geehrten ging auch diesmal wieder in die Hunderte.
Für einen flotten Programmablauf sorgten auf der Bühne Stadtmarketing-Chef Herbert Lang und Sandra Schröbel, hinter den Kulissen unter anderem Nina Scherer. Das einstige „Kulturamt“ hatte einiges Begleitprogramm organisiert – angefangen mit der bezaubernden Frauenfußball-Akrobatik von „Aylin“ über Stepptanz der Ballettschule Krings, die Cherleader „Wiesbaden Phantastics“ und schließlich die noch immer weltmeisterlich verliebte Frauenband „Kick la Luna“, diesmal zur Überraschung vieler weiblicher Fans mit einem Mann an der Gitarre.
Bürgermeister Ruppert, dessen Söhne auch unter den Geehrten waren, suchte eingangs deutlich zu machen, dass Urkunden und Medaillen als Symbole sportlicher und züchterischer Erfolge fast nie das Verdienst eines einzelnen Leistungsträgers sind, sondern das Ergebnis vielfältigen ehrenamtlichen Engagements von Vorständen, Trainern, Betreuern und Vereinsmitgliedern. Dies wurde insbesondere im ersten Ehrungsblock deutlich, in dem es auch Urkunden für Funktionsträger hinter den Kulissen gab.
Die Ehrungen wurden mit verteilten Rollen durchgeführt, und die Vertreter aus der Kommunalpolitik gingen bisweilen deutlich über das Verlesen von Namen und Titeln hinaus, indem sie die besonderen Leistungen einzelner Sportler und Züchter in kurzen Lobesreden Revue passieren ließen.
Das tat insbesondere Ruppert bei den „Goldigen“, die allesamt bei internationalen und nationalen Wettbewerben auf dem Treppchen gestanden haben. Neben dem abwesenden Kilberth waren dies die Schützen Jens Hillerich, Siegfried Bechert, Theo Faust, Dietmar Hetze, Friedel Weber, Markus Bartram, und Bert Oberttreis, die bereits erwähnte Anita Thimm, und Angelika Schösser in der noch ungewöhnlichen Disziplin „Irish Dance“.
Im Block von Behindertensportlern erwähnte Ruppert die kontinuierliche Präsenz von Leistungsträgern wie Rene Kallup und Denis Rückert, der sich im Wasser fast wie ein Fisch bewegt, was auch für seine Mannschaftskollegen Frank Schmitt, Florian Schneider, Thomas Waldkirch und Thomas Weber gilt.
Die Umstädter Weinhoheiten Frauke, Franziska und Sara taten das, wofür die unlängst gekrönt worden sind, auf bezaubernde Weise: Sie repräsentierten die Stadt, verteilten Medaillen und schenkten jedem Geehrten auch noch ein huldvolles Lächeln.